Am-Horizont-Links.de
HOME ÜBER MICH EXPEDITIONSMOBILE BLOG KOPTER FOTO & VIDEO KONTAKT
*) = Amazon Affiliate Link, was das bedeutet kannst du hier lesen
geschrieben von SERGEJ KERN

Steyr 12m18

Daten

Motor

6 Zylinder Reihe wassergekühlt Turbo 6600 ccm Hubraum 177 PS bei 2400 U/min 630 Nm Drehmoment bei 1300 U/min 20-25 L/100 km auf Teer Diesel

Fahrzeug

11.500 kg zGG, 6.350 kg Leergewicht (mit Pritsche) 8+1 Gänge synchronisiert Permanent Allrad 100% Differentialsperre HA, VA, Mitte Vmax = 98km/h Wattiefe 80cm Radstand 3,5m

WAS MÜSSTE UM- BZW. NACHGERÜSTET WERDEN?

Dreipunkt-Lagerung

Um eine verwindungsfreie Lagerung des Koffers zu ermöglichen, müsste am Steyr eine Dreipunkt-Lagerung oder Rautenlagerung nachgerüstet werden.
Wegen der Länge des geplanten Aufbaus ist es wahrscheinlich am sinnvollsten, eine Rauten-Lagerung zu verbauen.

Tankanlage

Serienmäßig ist der 12m18 mit einem  180l Tank auf der Beifahrerseite ausgestattet. Sabine und Burkhard von pistenkuh.de haben ihren Steyr beinahe so umgebaut, wie ich es auch tun würde. Dafür mussten sie die Reserverad-Halterung entfernen und haben den Hydrauliktank zwischen den Rahmen und den Luftfilter aufs Fahrzeugdach verlegt, da sie dort viel geschützter sind bzw. höher liegen und den Einbau zweier großer Tanks (je ca. 450l) möglich machen. Sinnvollerweise würde ich den Auspuff - original an der Fahrerseite angebracht - dann auch zwischen den Rahmen legen, um diesen, falls der Steyr mal aufsitzen sollte, bestmöglich zu schützen. Für das restliche „Gerümpel“ an der Fahrerseite müsste dann wiederum neuer Stauraum gefunden werden: auch hier würde es sich anbieten einiges zwischen den Rahmen zu verlegen, einzig die Fahrzeugbatterien würde ich unter die Pritsche ins Fahrerhaus verlegen.
Zur technischen Umsetzung der Tankanlage haben Burkhard und Sabine Koch einen Teil ihrer „Expeditionsmobil“-DVD auf YouTube veröffentlicht. Da Bilder mehr als 1000 Worte sagen empfehle ich einfach folgendes Video anzusehen.

Reifen

Im Original ist der 12m18 mit 14,5R20 Reifen in Betrieb. Hier besteht die Möglichkeit, die Geländegängigkeit entscheidend zu verbessern. Ich würde die 14,5 Niederquerschnittsreifen durch die deutlich größeren 14.00R20 ersetzen.  Dies schafft 8cm mehr Freiheit unter den Differentialsperren, erhöht die Maximalgeschwingigkeit um 10% zu erhöhen bei 20% geringerer Drehzahl.
Für die Geländegängigkeit ist der Reifen sehr entscheidend. Im Offroadbereich werden Reifen mit hoher Flanke gefahren, denn je höher die Flanke desto geringer der Druck mit dem der Reifen gefahren werden kann und entsprechend größer die Kontaktfläche mit dem Untergrund, auf der Kraft übertragen werden kann.

Motortuning

Zivile Versionen des 12m18 haben teilweise 230PS und mehr, beim 12m18 sind im Motorblock schon Bohrungen angebracht an denen die zivilen Versionen einen Ladeluftkühler verbaut haben. Ich würde durch ein Nachrüsten den Steyr auf ca. 220-230PS tunen, das macht ihn – vor allem mit den größeren Reifen - deutlich spritziger. Im Gelände kann man sowieso nie genug Leistung haben.

Durchstieg zum Fahrerhaus

Um ein bisschen Luxus zu haben muss dann natürlich auch der Durchstieg zum Fahrerhaus nachgerüstet werden.
Der Durchstieg soll den Wohnkoffer und das Fahrerhaus verbinden. Da Fahrerhaus und Wohnkoffer zueinander schwanken muss diese Verbindung elastisch sein, eine Art Falt-Balg aus LKW-Plane erfüllt diese Voraussetzungen. Zur Isolation muss der Wohnkoffer mit einer Türe abgetrennt werden, hierzu gibt es viele komplizierte Ansätze, der einfachste ist meiner Meinung einen Rahmen aus U-Profilen zu schrauben und darin eine Scheibe aus bruchfestem Kunststoff als Schiebetüre einzusetzen und diesen dann an der Kofferwand zu verankern. Auf der Innenseite des Faherhauses würde ich nochmal eine baugleiche Türe anbringen um die Motorgeräusche bestmöglich zu dämmen. Die Kunststoffscheibe bietet den Vorteil, dass der Wohnkoffer noch heller wird, hat jedoch den Nachteil, dass bei Verlassen des Fahrzeuges ein Sichtschutz angebracht werden sollte. Zur technischen Umsetzung des Faltbalgs zeigen Stephanie und Benjamin Jülich auf ihrer DVD „Planung und Bau eines Reisemobils:“ folgende geniale Zeichnung:
Die DVD ist erhältlich auf www.reisenomaden.de

Dachgepäckträger

Zur optimalen Raumnutzung muss auf dem Kabinendach dann noch ein Dachgepäckträger nachgerüstet werden.

Andere Reparaturen

Natürlich werden sich, wenn ich mir dann einen Steyr kaufen sollte, noch weitere Mängel zeigen bzw. Reparaturen nötig sein, z.B. sollten bei einem 15 Jahre alten Fahrzeug alle Gummis und Dichtungen gewechselt werden, da Probleme aufgrund langer Standzeiten völlig normal sind.

Vor- und Nachteile des Steyr12m18

Nachteile

Der Steyr 12m18 hat nur wenig wirklich erwähnenswerte Nachteile. Einer davon ist, dass sein reisefertiges Gewicht über 7,5t liegt, grob überschlagen kommt der 12m vollgetankt und reisefertig auf 8-8,5t. Das liegt eine knappe Tonne über der erlaubten Zulassung des Führerscheins in der Klasse C1, ein „richtiger“ (>7,5t) LKW- Führerschein ist aber deutlich teurer! So kostet diese eine Tonne über 1000€ und viele Nerven (aber fällt das ins Gewicht bei Kosten von ~80.000€ für ein reisefertiges Fahrzeug?). Um Nerven und Euros geht es mir hier jedoch gar nicht. Der 12m18 ist 2,5m breit, 3,5m hoch und Auge mal Pi 8 Tonnen schwer. Wer damit keine Probleme hat ist mit dem 12m18 gut beraten, und allen denen das etwas Kopfzerbrechen bereitet, denen empfehle ich meinen Artikel zum Renault TRM 2000.

Vorteile

Der 12m18 ist durch seine drei 100%-igen Differentialsperren, den relativ kurzen Radstand von 3,5m und seinem guten Böschungswinkel ein sehr geländegängiges Fahrzeug. Hinzu kommt, dass der Steyr ein gutes Verhältnis zwischen Radstand und möglicher Kofferlänge aufweist: ca. 1:1,28. Der 12m hat serienmäßig ein zGG. von 11,5t. Die 8,5t sollte ein Expeditionsmobil nicht überschreiten, somit würde die Belastung für Fahrwerk und Technik nie über 75% steigen und dem Steyr wäre ein langes und verschleißarmes Leben garantiert :).

Resümee

Alles in allem ist der Steyr 12m18 das ideale Fahrzeug für Langzeitreisen und Expeditionen in fremde Länder. Äußerste Geländegängigkeit kombiniert mit der Möglichkeit, eine große Kabine zu montieren, machen den Steyr zum perfekten Fahrzeug und treuen Weggefährten! Die einzigen Nachteile sind, dass man für den Steyr einen Führerschein der Klasse C benötigt und einen entsprechend großen LWK durch die Gegend spazieren muss. Der Renault TRM 2000 bietet meiner Meinung eine Alternative in klein.

Schwachstellenbeseitigung

Fahrerhausdämpfer

Eine Schwachstelle des 12m18 sind die Fahrerhausdämpfer. Plant man einen schweren Dachgepäckträger oder zusätzliche Sitze im Fahrerhaus, sollte man die originalen Dämpfer ersetzen, diese sind mit den hohen Lasten der Kabine  überfordert und können durchschlagen. Ein weiteres Problem, das bereits zu Totalschäden geführt hat hängt mit einem Billig-Artikel zusammen. Oberhalb des Getriebes sitzen in der Schaltkulisse Spannstifte die ab und zu brechen und so einen Totalschaden verursachen. Dieso sollten auf jeden Fall (trotz ca. 4h Arbeit) kontrolliert werden. Bei neueren Fahrzeugen mit verbessertem Getriebe (Typ: 9s-109) gibt es nur noch einen Spannsift. Diesen Tipp und die Fotos habe ich gelesen/gesehen auf  www.guenthersleben.de
Da der Aufbau einer frei schwebenden Raute relativ kompliziert ist, könnte man auch einen federgelagerten Zwischenrahmen einbauen. Dieser ist weniger beweglich aber deutlich leichter zu bauen.

Auspuff und Luftansaugung

Wie bereits beschrieben würde ich bei einem Umbau den Auspuff in den Rahmen verlegen; irgendwo findet sich bestimmt ein Plätzchen, wo er dann im Falle eines Aufsitzens sicher liegt. Einen Zyklonfilter hat der Steyr 12m18 serienmäßig einbaut, dieser muss also nicht nachgerüstet werden, ich würde diesen aber entweder direkt auf das Dach der Fahrzeugkabine verlegen, oder zumindest den Luftkanal bis nach oben ziehen. Dort sitzt er möglichst hoch und kann entsprechend sauberere Luft ansaugen.
Es gibt diverse Firmen die Ladeluftkühler für den 12m18 bauen, bzw. einbauen. Nachdem ich sowieso schon so viele Bilder von Burkhard Koch zur verfügung gestellt bekomme, hier ein weiteres Bild von Pistenkuh.de - entsprechend ist der Ladeluftkühler von der Firma Excap. Diese Firma besitzt auch unbedenklichkeits Zertifikate von MAN, dass der Umbau nicht zu schaden des Motors geht.
Bild oben mit freundlicher Genehmigung von Stefan Maier www.offroadtrucks-austria.com Bild unten mit freundlicher Genehmigung von www.cosmotour.de
Bilder oben mit freundlicher Genehmigung von Stefan Maier www.offroadtrucks-austria.com Bild unten mit freundlicher Genehmigung von www.cosmotour.de
Die Bilder habe ich  mit freundlicher Genehmigung der Firma Elting erhalten, früher waren sie unter www.expedi-car.de zu finden, wo ihre aktuelle Internetpräsenz zu finden ist, weiß ich leider nicht.
Bild mit freundlicher Genehmigung von explorer-magazin.com
Bild links mit freundlicher Genehmigung von www.pistenkuh.de Bild rechts mit freundlicher Genehmigung von www.cosmotour.de
Bild mit freundlicher Genehmigung von www.pistenkuh.de
Bild mit freundlicher Genehmigung von www.pistenkuh.de
Bild links mit freundlicher Genehmigung von www.cosmotour.de
Bild links mit freundlicher Genehmigung von www.pistenkuh.de Bild rechts mit freundlicher Genehmigung von www.excap.de
Bild mit freundlicher Genehmigung von www.excap.de