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geschrieben von SERGEJ KERN

Renault TRM 2000

Daten:

Motor

4 Zylinder Turbo wassergekühlt 3600ccm Hubraum 117 bei 2800 U/min ca. 20l/100 km auf Teer Diesel

Fahrzeug

6.265kg zGG, ca. 3850kg Leergewicht (mit vollem Tank, originaler Brücke und Reserverad) zuschaltbarer Allrad 100% Differentialsperre HA & Mitte Vmax = 89km/h Wattiefe 90cm Radstand 2,7m
Der Renault TRM 2000 ist ein leichter LKW, der für das französische Militär gebaut wurde. Der Grund warum ich mich überhaupt mit dem TRM beschäftige ist, dass ich mir immer noch unschlüssig bin, ob der Steyr 12m18 nicht zu groß und zu schwer ist für die Wege, die ich fahren möchte, ist. Der Renault sollte reisefertig maximal 5,5 Tonnen wiegen, im Vergleich zu den 8 Tonnen die der 12m wiegen soll, ist das eine Gewichtsersparnis von gut 30%. Auch die Breite von nur 2,2m im Vergleich zu 2,5m und die Länge von ca. 5,5m bei einem Radstand von nur 2,7m sind entscheidende Gründe für mich. Der TRM spielt in etwa in der Liga des Unimog 435, ich werde immer wieder Vergleiche zu diesem machen und versuchen Vor- und Nachteile

WAS MÜSSTE UM- BZW. NACHGERÜSTET WERDEN?

Tanks

Wie bei allen Fahrzeugen ist der originale Tank des TRM viel zu klein um ihn als Fernreisemobil einsetzten zu können. Beim Steyr würde ich ja auf ein Tankvolumen von 900l umrüsten; hier beim TRM, genauso wie beim Unimog, ist die Zuladung mit gut 2t einfach zu gering für solch riesige Tanks. Den TRM würde ich links und rechts mit einem Tank mit je 250l ausstatten. 500l sind schon ziemlich viel und mehr ist aufgrund der relativ geringen Zuladung einfach nicht drin. Bei einem Durchschnittsverbrauch von ca. 20l pro 100km Teer ergibt sich eine Reichweite von 2500km. Genug um mit einer Tankladung marokkanischen Billigspritts bis fast nach Hause zu kommen. Eine Besonderheit des TRM ist der relativ filigrane Rahmen. Ein 250l Tank an jeder Seite würde diesen enorm belasten, deshalb würde ich die beiden großen Tanks von unten an die originale Pritsche, bzw. den Zwischenrahmen montieren.
Zur technischen Umsetzung der Tankanlage haben Burkhard und Sabine Koch einen Teil ihrer „Expeditionsmobil“-DVD auf YouTube veröffentlicht. Da Bilder mehr als 1000 Worte sagen empfehle ich einfach folgendes Video anzusehen.

Reifen

Der nächste Punkt sind die Reifen. Normal schreie ich jetzt immer nach größeren  Reifen, aber beim TRM sollen es die originalen 12,5R20 bleiben. Umrüsten würde ich aber auf Sprengringfelgen, dass ermöglicht statt des kompletten Reserverads nur eine Ersatzkarkasse mit zu nehmen. Somit könnte man  gut 50kg sparen, außerdem ist das flicken des Reifens nach einer Panne bei Sprengringfelgen deutlich einfacher.

Luftansaugung

Neben dem Reserverad ist hinter der Kabine auch noch die Luftansaugung untergebracht. Der TRM hat keinen Zyklonfilter, die Luftansaugung ist lediglich ein Rohr, dass hinter der Kabine bis knapp unter deren Dach geführt wird, hier würde ich auf jeden Fall einen Zyklonfilter nachrüsten. Verlängert man den Koffer bis direkt hinters Fahrerhaus muss die Luftansaugung auch verlegt werden. Diese würde ich auf jeden Fall am Dachgepäckträger platzieren, denn je höher die Lust angesagt wird desto sauberer ist sie.

Dachgepäckträger

Zur optimalen Raumnutzung muss auf dem Kabinendach dann noch ein Dachgepäckträger nachgerüstet werden. Dem TRM stehen die schweren und massiven Dachträger, die ich z.B. für einen 12m18 plane nicht wirklich, deshalb würde ich hier einen leichten, kleinen und kompakten Dachträger bauen. Der Träger soll dazu ausgelegt sein eine einzelne Karkasse zu tragen, nicht massives.

Andere Reparaturen

Natürlich werden sich, wenn ich mir dann einen TRM kaufen sollte, noch weitere Mängel zeigen bzw. Reparaturen nötig sein, z.B. sollten bei einem 15- Jahre alten Fahrzeug alle Gummis und Dichtungen gewechselt werden, da Probleme aufgrund langer Standzeiten völlig normal sind.

Bildnachweis

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von www.rustikab.de

Vor- und Nachteile des Renault TRM 2000

Vorteile

Der größte Vorteil des TRM ist sein Preis, bereits für 7.000€ kann man ein gut erhaltenes Stück seiner Gattung kaufen. Im Wohnmobilleben hat der Renault dann den Vorteil, dass er sehr schmal (für einen LKW) ist, nur 2,2m, gut 10% weniger als z.B. der 12M18. Mit dem geringen Radstand, geht natürlich ein kleinerer Wendekreis einher und seine Portalachsen lassen ihn über fast alles einfach drüber klettern. Der Renault ist zudem leichter als der Unimog 435, so kann man beim Franzosen schon die ersten 700kg Reisegewicht sparen indem man kein für schwere Anbauten ausgelegtes Fahrzeugchassis durch die Gegend kutschiert und außer eventuell einer Seilwinde nie einen Anbau ansetzt. Im Vergleich zum Unimog ist die Aufbaulänge des TRM um ca. einen halben Meter länger, so können Koffer bis knapp an die vier Meter Länge aufgesetzt werden. Vorsichtig muss man dann nur noch beim Gewicht sein, aber dazu mehr in den Nachteilen.

Nachteile

Die Nachteile des TRM resultieren meiner Meinung nach fast alle aus der geringen Zuladung die das Fahrgestell hat, ca. 2,3t für Tanks, Koffer, Ausbau, Trinkwasser und Technik. Setzt man konsequent auf Leichtbau (muss man beim Unimog ja genauso machen) kann man aber ein gutes Fernreisemobil bauen. Im Vergleich zum Unimog ist der Rahmen des TRM kaum verwindungsfähig, außerdem besitzt er keine Differentialsperre in der Vorderachse, beides zusammen sorgt für schlechtere Offroadfähigkeiten als beim Unimog. Der letzte Nachteil ist meiner Meinung nach der etwas schwachbrüstige Motor, wegen dem ein Umbau auf größere Bereifung kaum möglich ist.

Résumee

Vor- und Nachteile geben sich beim TRM relativ die Waage, ich hätte gerne eine deutlich größere Zuladung, scheue aber die höhere Masse und Abmessungen die z.B. der Steyr 12M18 haben. Ich bin mir einfach unsicher ob ich mit einer riesigen und sau schweren Kiste durch die Gegend eiern will, oder ob nicht ein leichteres und kleineres Fahrzeug so viele Vorteile hat, dass es die Nachteile leicht ausgleicht. Diesen Gedanken konsequent zu Ende gedacht bleibt eigentich nur noch ein Buschtaxi als Wunschfahrzeug. Ein PKW bietet aber deutlich weniger Wohnkomfort als ein LKW, und letztendlich soll ja mehr gewohnt als gefahren werden. Vergleicht man TRM und Unimog 435 direkt, ist die Entscheidung vor allem eine Preisfrage, ich plane beide mit dem gleichen, „kleinen“ 3,7m langen, Koffer, hier ergibt sich also kein Unterschied. Entscheidet man sich für den Unimog kostet dieser in der Anschaffung schon mal 10.000€ mehr, weil wenn Unimog dann natürlich nur den mit OM366 Motor, danach will der Mogfahrer natürlich noch ein Splittgetriebe für 6.000€, 14,5er Bereifung und für diese eine Leistungssteigerung des Motors (z.B. einen Ladeluftküher für wieder 5.000€). Macht in etwa 20.000€ mehr für den Mog, Geld mit dem man mit derm TRM problemlos ein ganzes Jahr reisen kann. Beim Unimog erkauft man sich ein sehr gutes und vor allem höchst geländegängiges Fahrzeug. Die Frage ist halt nur wie oft man dieses Plus an Offroadfähigkeiten im Reisealltag wirklich nutzt? Deshalb ist der TRM für mich die beste Wahl in der Klasse der LKW bis 7,5t.

Zwischenrahmen

Der Rahmen des Renault verwindet sich kaum. Deshalb ist es auch nicht sinnvoll einen aufwändigen Zwischenrahmen als Rauten-, oder Dreipunklagerung zu konstruieren, man kann seinen Koffer problemlos auf die originale Pritsche setzten. Will man hier Gewicht und/oder Höhe sparen, kann man die Pritsche entfernen und durch einen niedrigeren und deutlich leichteren Aluzwischenrahmen ersetzten, hier kann man problemlos 8-10cm Höhe sparen, die sich 1:1 auf die Gesamthöhe umsetzen.

Reserverad

Im Original hat der TRM des Reserverad direkt hinter dem Fahrerhaus, hier geht knapp ein halber Meter Aufbaulänge verloren. Das Reserverad würde ich mitsamt seiner Halterung ans Fahrzeugheck verlegen. Die eigentliche Koffer Länge wird dadurch nicht beeinflusst, aber das ganze Fahrzeug sieht mit dem Reserverad am Heck deutlich ergonomischer aus. Anstatt eines kompletten Reserverades könnte man falls man nur eine Karkasse mitnimmt, diese eventuell auf den Dachgepäckträger legen und den Koffer noch einmal um 40cm verlängern.