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geschrieben von SERGEJ KERN

Hubkoffer

Daten:

zum fahren

Maße: 3,6x2,2x1,5m (LBH) Material: Fahrzeugbauplatten Stabilität durch doppelte Wände Sehr niedriger Schwerpunkt Geringe Höhe und Breite

zum wohnen

Hohes Raumgefühl Stehhöhe unter dem Hubbett Nicht ganz so dicht wie “normaler” Koffer Doppeltüre
Eine Hubkabine ist deutlich schwerer zu bauen, hat aber auch viele Vorteile. Der entscheidende Unterschied zu einem normalen Koffer steckt ja schon im Namen, hier gibt es einen Hubmechanismus, der den oberen Teil der Kabine anhebt und so den nötigen Platz im Inneren schafft. Es gibt aber auch verschiedene Arten von Hubkabinen, meistens werden nur solche gebaut bei denen es einen vollwertgien Koffer gibt und durch den Hubmechanismus eine zweite Etage geöffnet wird in den dann ein großes Bett untergebracht ist. Ich plane eine andere Variante. Meine Kabine hat im heruntergefahrenen Zustand  keine Stehhöhe und geöffnet auch nur einen Stock, mit etwas mehr Höhe als die normalen Wohnkoffer. Der Grund warum ich mich für diese Version  entschieden habe ist der, dass ich einen Koffer planen wollte der die Maße des Fahrzeugs nicht überschreitet, also das Wohnmobil nicht höher oder breiter ist als das Basisfahrzeug.

Außenansicht

Betrachtet man den geschlossenen Koffer kann man erkennen, dass die äußere Schale (die Untere und Obere sehen je aus wie eine Kiste ohne Deckel) bis auf die Fahrzeugpritsche hinunter geht. Bei meinem Modell entfällt also der sonst für Hubkabinen typische Knick in den Wänden der unteren Schale.

Innenansicht

“Koffer 5”

Der Wohnkoffer hat insgesamt 7 Fenster, zwei pro Seite, zwei nach Hinten und eines nach vorne. Im Heckbereich, über dem Bett gibt es eine große Dachluke und davor mehrere klappbar montierte Solarzellen. Im Heck gibt es außerdem einen seitlich zugänglichen Stauraum. Hinter dem Koffer schließt sich ein Heckträger für das Reserverad, eine weitere Staukiste und der Fahrradträger an. Im aktuellen Design ist der Koffer ca. 10cm höher als der Renault, ab dieser Höhe sieht der Koffer einigermaßen gut aus, was bei genau gleicher Höhe nicht der Fall war. Weitere Knackpunkte waren die Eingangstüre und die Heckklappen. Die Heckklappen sind genauso hoch, dass sie geöffnet nicht an die hochgefahrene obere Schale Stoßen. Durch diese Höhe ist auch der Überlapp der beiden Teile festgelegt. Deckel und Boden überlappen sich um 40cm, diese Höhe kann für ein mehrfaches Dichtsystem genutzt werden. Ist der Koffer heruntergefahren verschließt die äußere Schale die Hecktüren. Bei der Türe ist mir bis jetzt keine so kreative Lösung eingefallen. Eine Türe die nur im unteren Teil liegt und den oberen nicht mit einschließt hätte viele Vorteile, aber keine Stehhöhe, deshalb habe ich mich für eine hohe Tür, über beide Hälften, entschieden. Die obere, also die äußere Schale hat eine weitere Türe als die innere Schale, das ist nötig um die innere Tür öffnen zu können.
Über die Raumaufteilung bin ich mich noch nicht ganz sicher, ich habe viele verschiedene Konzepte getestet. Am meisten überzeugen mich “Koffer 5” und “Lena’s Bad”. Der zweite Namen ist relativ intuitiv, hier habe ich die Dusche etwas vergrößert und nicht im Eingangsbereich geplant, ein Punkt den meine Freundin Lena mehrfach bemängelt hatte. Der Name “Koffer 5” bezeichnet einfach das fünfte Designkonzept, dass ich verwendet habe. Bei Nr. 5 erkennt man schön den doppelten Boden, durch den Hubmechanismus habe ich im Inneren eine Höhe von 2,5m die ich sinnvoll nutzen kann. 25cm gehen dabei für das Hubbett “verloren”, bleiben noch 25cm für einen doppelten Boden in dem die Wassertanks, Batterien, Elektrik, Wasserleitungen, etc. einen guten Platz finden. Ich plane jeweils ein Hubbett, das verkompliziert den gesamten Hubmechanismus wegen des zusätzlichen zu hebenden Gewichts und der zum ablassen nötigen Mechanik, aber die nur 3,6m, die der Koffer des TRM lang ist, zwingen mir das Hubbett quasi auf. Der TRM ist 2,2m breit, dies Breite hat auch der Koffer, die Wände sind jeweils 5cm stark was eine Innenraumbreite von nur 2,0m ergibt.

“Lena’s Bad”

Durch die geringe Breite des Koffers (die innere Schale ist nur 2,0m breit) muss das Bett längs zur Fahrtrichtung eingebaut werden.
Eine Methode zur optimalen Raumausnutzung sind “Hubkästen”, damit meine ich Saukästen die mit der oberen Schale nach oben fahren und in heruntergefahrenem Zustand in den Leerräumen, z.B. über der Sitzbank, Platz finden. Das linke Bild plane ich inzwischen nicht mehr so, hier wäre der Kasten vor dem Fenster und dass gefällt mir nicht. Die Methode mit den kleinen Kisten über der Sitzbank gefällt mir immer noch. In einigen meiner aktuellen Versionen sind sie eingeplant.
Die alles entscheidende Frage bei einem Hubkoffer ist die Frage wie der Koffer aufgefahren wird. Die am meisten verwendete Methode funktioniert mittels Hydraulik. Vier Zylinder, je in einer Ecke, drücken den Deckel nach oben. In Normalfall läuft alles über einen Elektropumpe, die die Hydraulikflüssigkeit pumpt. Für den Notfall gibt es meinst noch eine Handkurbel. Ein Vorteil der Hydraulik ist, dass diese den heruntergefahrenen Koffer auch unten hält. Mit einem Seilzug hingegen könnte man den Hubmechanismus auch bewerkstelligen, dieser würde den Koffer aber nicht vor ungewolltem Anheben schützen.

Welcher Hubmechanismus?

Gewicht spielt bei den leichten LKW eine große Rolle. Die Zuladung ist begrenzt und man möchte ein möglichst leichtes Fahrzeug fahren. So wie ich den Koffer plane sind die Wände aus Siebdruckplatten die mit Fahrzeugbauprofilen verschraubt sind. Die Firma Rustikab baut Kabinen in dieser Weise. Auf die Bauweise im speziellen will ich hier nicht eingehen, nachlesen kann man vieles auf deren Webseite. Der wesentliche Unterschied meiner Hubkabine zu den “normalen” Kabinen von Rustikab sind die Wandstärke. Damit die Kabinen die, für diese Bauart so typische, Stabilität bekommen werden Wandstärken von 15-18mm verbaut. Die meiste Stabilität benötigt man während der Fahrt, denn hier wird die Kabine mit dem gesamten Fahrzeug durchgerüttelt. Egal wie vorsichtig man fährt, irgendwann übersieht man einen Graben oder Stein und dann macht das ganze Fahrzeug einen Ruck und Spitzenkräfte müssen ausgehalten werden. Im “Wohnbetrieb” steht man ruhig und sicher, hier sind die größten Belastungen starker Wind, der auf die große Oberfläche drückt. Ziel ist es also die Stabilität der Kabine im Fahrbetrieb sehr hoch zu halten während das Gewicht möglichst niedrig sein soll. Die 18mm dicken Siebdruckplatten habe ein Gewicht von ca. 12kg pro Quadratmeter, halbiert man die Dicke so halbiert sich auch das Gewicht und die Stabilität! Da meine Hubkabine während der Fahrt quasi doppelte Wände hat gibt es hier eine Möglichkeit Gewicht zu sparen und Stabilität zu erhalten. Die Wände meiner Kabine plane ich in 9mm dicke, wobei sich die Wände beim Herunterfahren automatisch verzahnen. Dazu habe ich folgendes System entwickelt. 

Abmessungen und Gewicht der Leerkabine

Durch dieses System kann man die Seitenwände jeweils nur halb so dick bauen und damit viel Gewicht einsparen. Das Gewicht meiner Leerkabine schätze ich durch folgende Rechnungen: 2x Seitenwände mit 9mm Dicke, je mit 1,5m*3,6m = 5,4m^2 -> je 32,5kg =~65kg 2x Seitenwände mit 9mm Dicke, je mit 1,5m*2,2m = 3,3m^2 -> je 20kg =~40kg 2x Boden-** und 1x Deckenplatte, je mit 3,6m*2,2m = 8m^2 -> je 48kg =~150kg Platten, Schrauben, Isolierung, Innenverkleidung, Tür- und Klappenrahmen und Tür und Klappen*** =~200kg Hubmechanismus =~100kg Summe: 550kg Zu **: Ich rechne mit 2 Bodenplatten für den eigentlichen Boden und den Zwischenboden, zusammen erreichen sie wieder die extrem hohe Stabilität. Außerdem war meine Schätzung von *** nicht beliebig, sie ergibt sich aus dem Gewicht der Kabine von Horst Fischer (18mm/m^2 je 12kg) wenn man das Gewicht der Siebdruckplatten abzieht. Die Werte sind von hier (19.10.2012).
Die Maße er Kabine ergeben sich aus folgender Zeichnung. (Wie immer öffnet der Klick auf das Bild dieses in GROSS).
Zum berechneten Gewicht kommt noch das Gewicht des Ausbaus, der Vorräte etc. hinzu, man kann also dadurch nicht ohne weiteres bestimmen was das Wohnmobil reisefertig wiegen wird. Das Gewicht der Leerkabine gibt aber immer einen guten Anhaltspunkt wie viele Reserven noch bleiben. Wieder diese Daten zur Grundlage nehmend wird der TRM mit dem leeren Hubkoffer ein Gewicht von ca. 4500kg besitzen, die meisten LKW haben bereits ein höheres Eigengewicht.

Resümee

Nachteile Einen Hubkoffer zu bauen ist deutlich aufwändiger als eine normale Kabine. Neben dem bloßen Auswand fehlt mir auch noch eine überzeugende Idee für die Türe. Die Mehrkosten, gerade für den Hubmechanismus sind auch nicht ganz vernachlässigbar. Vorteile Die Vorteile des Hubkoffers sind der geringe Schwerpunkt und die geringen Außenmaße während des Fahrens. Der viele Stauraum und der größere Wohnraum beim Leben im Wohnmobil

Eine kleine Gallerie

Oben hatte ich ja bereits erwähnt das ich an verschiedenen Versionen plane. Hier will ich ein paar Bilder von anderen, manchmal bereitsv eralteten, Versionen zeigen.