Am-Horizont-Links.de
HOME ÜBER MICH EXPEDITIONSMOBILE BLOG KOPTER FOTO & VIDEO KONTAKT
*) = Amazon Affiliate Link, was das bedeutet kannst du hier lesen
geschrieben von SERGEJ KERN

Großer Koffer

Daten:

Außen

Maße: 4,5x2,4x2,1m (LBH) Matrerial: Fahrzeugbauplatten Fenster: 6x Seitz S4 Im Heck Stauraum von Außen zugänglich

Innen

Hubbett Gasherd mit Backofen Warmwasser Fußbodenheizung 400l Frischwasser Elektrik über LiPo-Akkus LED Lampen
Am Wohnkoffer plane ich am meisten, oft sitze ich abends am PC und überlege mir was ich wie verbessern kann. Die Kabine 7.3 plane ich als Koffer aus Fahrzeugbauplatten, die Außenmaße sind 4,5x2,4x2,1m (LBH), bei einer Wandstärke von 80mm ergeben sich die Innenmaße zu 4,34x2,14x1,9m (LBH). Alternativ gefällt mir auch ein belgischer Armeeshelter recht gut, seine Maße mit 4,4x2,3x2m (LBH) entsprechen ziemlich genau meiner Wunschkabine. Für weitere Infos zum Shelter könnt ihr im Kapitel „Verschiedene Shelter – Pros und Contras“ nachlesen. Der Steyr 12m18, den ich als Basisfahrzeug gewählt habe, hat ein mittellanges Fahrerhaus, das heißt viel Platz im Fahrerhaus, aber auch ca. eine einen halben Meter kürzere Kabine. Die Kabine kann aber immer noch 4,8m lang werden, das halte ich für das absolute Maximum, dann hat man auch keinen Platz mehr für das Reserverad am Heck. Ich plane meinen Koffer mit 4,5m Länge der Kabine, zusammen mit dem geplanten Hubbett hat man eine Rauausnutzung wie sonst in einem 6m Koffer.

Außenansicht

Viele Expeditionsmobil-Besitzer empfehlen, die Solarzellen auf dem Auto klappbar anzubringen, realisiert haben es bis jetzt dennoch nur wenige und deshalb werde ich meinen Ansatz ausführlich erklären. Mein System besteht aus drei Komponenten: den Befestigungsschienen auf dem Wohnkoffer, dem Rahmen für die Solarmodule und einer Stütze (Näheres wird im Folgenden erklärt). Da bei Windböen große Kräfte auf die aufgeklappten Solarzellen wirken, habe ich mich dazu entschlossen den Rahmen lieber zu massiv als zu windig zu planen. Ich wähle 4cm x 4cm Alu-U-Profile mit einer Wandstärke von 5mm, die Stifte sind mit 10mm auch massiv geplant.
Die bereits erwähnten Befestigungsschienen sind fest mit dem Koffer verbunden. Auf einer Seite ist der Rahmen für die Solarzellen klappbar montiert, die andere Seite ist überhaupt nicht mit den Schienen verbunden. In die Schienen sind drei „Stopper“ gesägt (jeweils für die Neigungen 30°, 60° und 90°), in denen sich das Stützteil einhängt und damit den Rahmen mit den Solarmodulen gegen Zurückfallen schützt. Den 90° Modus würde ich aber nur bei relativ windstillen Verhältnissen empfehlen. Bei Winkeln von 60° und 90° ist es nötig, den Rahmen auch gegen Kippen in die andere Richtung zu schützen. Dies soll ein Zurrgurt erreichen, der am Rahmen und an den Schienen ansetzt und diese zusammenzieht. In nichtaufgeklapptem Zustand kann man mit diesem Zurrgurt die lockere Seite an den Koffer zurren, um „Herumklappern“ zu vermeiden. Dieses System ist massiv und mechanisch so einfach wie irgend möglich. Man könnte das Aufklappen auch elektrisch verwirklichen, an einem überzeugenden System arbeite ich gerade!
Schutzklappen vor den Fenstern sorgen für Kratz- und Einbruchschutz, dafür müssen die Fenster aber 40mm nach innen versetzt werden (dieses System hat Burkhard Koch von pistenkuh.de entwickelt). Ich habe insgesamt sechs Fenster, eine Panoramaluke und eine Dachluke eingeplant.
Das Gestell für die Matratze ist unter der Decke im Heck des Koffers untergebracht. Darunter kann man die Heckgarage erkennen. Die Heckgarage ist innen 60cm breit, das genügt um die Standardstauboxen mit 60x40 Grundmaß längs lagern zu können. Vor der Garage kann man die 3 Wassertanks a 200l erkennen. 600l Trink- und Brauchwasser ist vermutlich deutlich mehr als man Braucht, aber der Platz ist da, deshalb habe ich sie eingeplant.
Dieses Bild zeigt den Wohnkoffer von oben. Zu erkennen sind die großen Panoramaklappen mit je einem Fenster drin. Außerdem sind die sechs Fensterklappen zu sehen (die Seite ohne Fenster ist vorne). Auf dem Kofferdach sollen die Solarzellen klappbar montiert werden.

Innenansicht

Die Raumaufteilung der bekannten Expeditionsfahrzeug-Hersteller zeigt einen klaren Trend: Das Bett im Heck, davor die Sitzgruppe und davor Bad und Küche. Meine Aufteilung ist dagegen anders. Auch ich habe das Bett ins Heck verlegt, um eine Rundumsicht aus dem Bett heraus zu ermöglichen (2 Fenster + 2 Panoramaklappen). Das Bett ist aber nicht fest verbaut, es ist als Hubbett geplant. Tagsüber unter der Decke, nachts heutuntergelassen. Im Heck des Fahrzeugs ist eine Garage untergebracht, diese ist nur 60cm breit und duch Stauklappen von außen zugänglich. In Fahrtrichtung rechts schließt die Küche direkt an die Garage an. Auf der linken Seite findet die Sitzgruppe Platz. Im vordersten Teil des Koffers ist links dann die Dusche und Toilette untergabracht. Das Bad wird an beiden Seiten von großen Schränken begrenzt, hier finden Kleidung sowie die Elektrik ihren Platz. Obenstehendes Bild zeigt den sich daraus ergebenden Grundriss. Im dreidimensionalen lassen sich die Verhältnisse leichter erkennen:
An den Stauraum schließt sich direkt die Sitzgruppe an. Mir war bei der Planung des Hubbetts sehr wichtig, dass man Bett und Sitzgruppe gleichzeitig benutzen kann. Meine Freundin Lena schläft gerne aus, wohingegen ich ein klassischer Frühaufsteher bin. Deshalb ist es für mich wichtig, dass ich auch bei herunter gefahrenem Bett an der Sitzgruppe sitzen kann.
Das Bett ist weiterhin auf einem Lattenrost gelagert, aber jetzt sogar 160cm Breit, richtiger Luxus eben. Das Bett soll mit Hilfe eines Elektromotors tagsüber unter die Decke gezogen werden & nur nachts abgelassen werden. Im abgelassenen Zustand ruht das Bett auf dem Tisch, der Küche und der Garage. Die Idee des Hubbetts hatte ich vor langen schon ein mal, hatte sie damals aber wieder verworfen. Michael Denning, der Unimog 435 zu Expeditionsmobilen umgebaut, hat eine überzeugende Konstruktion eines Hubmechanismus geliefert, und mich so erneut inspiriert. Sein Umbau wurde im Allradler in 6 Artikeln zusammen gefasst und gefällt mir sehr gut. Wenn Unimog & etwas Geld übrig ist, dann so wie er! Die Artikel gibt es auf seiner Seite unter Downloads zum lesen.
Gegenüber der Sitzgruppe findet die Küche platz. In der Küche ist Platz für ein großes Spülbecken, Arbeitsfläche, Gasherd mit Backofen und die Kühlbox. Wichtig war mir ein breiter Gang, dieser schafft wieder großes Raumgefühl, denn echt uncool ist es, wenn man sich aneinander vorbei quetschen muss falls man zu zweit im Küchenbereich unterwegs ist. Die Küchenblöcke sind deshalb nur noch 60cm breit, dadurch ist der Gang ca. 80 cm breit.
Eine weitere Neuerung in der Kabine ist die Gefriertruhe in der vorderen Sitzbank. Die Truhe ist auf einem Auszug gelagert und in Normalfall in der Bank verstaut, will man an den Inhalt kann man sie einfach ausfahren und unkompliziert bedienen. Außerdem bietet die Truhe einen weiteren Vorteil, will man auf der vorderen kurzen Sitzbank flätzen, zieht man einfach die Truhe raus und legt die Füße hoch. Eine Gefriertruhe hatte ich bis jetzt nicht eingeplant, inzwischen scheint sie mir wichtig. Wer aufmerksam beobachter hat, dem ist außerdem aufgefallen das zwei der Wassertanks in der längeren hinteren Sitzbank untergebracht sind., der Platz unter der Sitzbank ist also schon weitest gehend ausgenutzt. Eine weitere Idee habe ich in der Tischplatte ungesetzt, diese ist klappbar und steht so in eingeklapptem Zustand nicht über die kurze Bank hinaus, der kleine Tisch langt um zu zweit essen zu können. Sollte man doch einmal mehr Platz brauchen kann man die Platte deutlich vergrößern.
Den vielen restlichen Platz nutze ich für zwei große Schränke, jeweils  mit einer Grundfläche von ca. 90x65. Diese Schränke bieten Platz für 2 Staukisten, des bereits erwähnen Formats 60x40, neben einander. Die Schränke können dann entweder, wie auf dem Bild gezeigt mit Kinsten befüllt werden, oder man benutzt das obere drittel um je eine lange Kleiderstande zu installieren um Klamotten auf zu hängen.
Diese Version des Wohnkoffers ist die erste die ich plane, bei der Dusche und Bad nicht im Engangsbereich sind. Hier setze ich wieder Bauvorschläge von Lena um, sie hatte ein unbestimmtes Unwohlgefühl bei dem Bad im Engang. Das Bad ist jetzt vor dem Durchang untergebacht. Es ist in seinen Dimensionen auf 110x80 gewachsen. Als Toilette plane ich immer noch eine chemiefreie Porta Potti auf eienem Auszug, in Duschbetrieb muss sie dann platz in einem der Schränke finden. Der Durchgang zum Fahrerhaus wird mit einer absperrbaren Plexiglasscheibe verschlossen. Für diese habe ich einen Rahmen aus U-Profilen konstruiert.